David Gieselmann (Interview): Si tacuisses, Franz!

Mittwoch, 5. Juli 2006


WM-Devotionalien in jedem Schaufenster, Experten auf allen Kanälen, „ein Volk, ein Land, ein Fussball": Nervt dich die allgemeine Mobilmachung im Zeichen des Fußballs?
Natürlich nervt das wahnsinnig. Im Falle der WM ist jedoch das Genervtsein schon wieder Konsens, so daß es fast noch mehr nervt, daß alle so genervt sind. So bin ich jetzt wieder an dem Punkt, wo ich sage: Nutellagläser im Fußballdesign sind doch der eine Wahnsinn.

Was machen Sie fußballerisch zwischen dem 9. Juni und 9. Juli 2006: flüchten, standhalten – oder mitmachen?
Ganz klar: Mithalten. Der WM kann man sich nicht entziehen, selbst vor vier Jahren hat man ja um 8 Uhr Fußball geschaut. Diese WM war der Gipfel des Latte Machiato-Booms, weil diese Kaffeeform hier zusätzlich zum Symbol einer relaxten Lebenshaltung als Ersatz für Bier herhalten mußte. Das nur nebenbei bemerkt.


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Dieter Kürten (Interview):

Mittwoch, 5. Juli 2006


WM-Devotionalien in jedem Schaufenster, Experten auf allen Kanälen, «ein Volk, ein Land, ein Fußball»: Nervt Sie die allgemeine Mobilmachung im Zeichen des Fußballs?
Kann man wohl sagen!

Was machen Sie fußballerisch zwischen dem 9. Juni und 9. Juli 2006: flüchten, standhalten – oder mitmachen?
Mitmachen – als Interviewer fürs ZDF (zum Beispiel …)

In Einzelklausur, im Freundeskreis oder vor Großbildleinwänden: Wie werden Sie sich Ihre liebsten WM-Spiele anschauen?
Im Stadion.


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Moritz Rinke (Fußball-Drama): Danach esse ich Maultaschen!

Mittwoch, 5. Juli 2006


Danach esse ich Maultaschen!

Die letzte Besprechung vor der WM / Ein Mini-Drama

Fünf Tage vor der WM. Oliver Bierhoff, der Teammanager der deutschen Fußballnationalmannschaft, in seinem Büro am Starnberger See. Er ist gut frisiert, sitzt vor seinem Laptop und starrt fassungslos auf www.fifaworldcup.com. Bierhoff befindet sich gerade im „Customer Self Service“ und versucht unter „Resale und Übertragung“ ungefähr 500 WM-Tickets, die auf seine Mutter ausgestellt sind, Freunden und Werbepartnern zu übertragen. Britta, seine Sekretärin, kommt vorsichtig herein.

BRITTA: Herr Bierhoff, entschuldigen Sie die Störung. Herr Klinsmann hat eine SMS geschickt. Er bleibt noch drei Tage länger in Kalifornien. Ist so schönes Wetter.

BIERHOFF: Ah ja.

Er drückt auf seiner imposanten Telefonanlage den Knopf „Mama“.

BIERHOFF: Mama, ich hasse die FIFA! Bei jedem Ticket, das ich übertrage, muss ich angeben, dass du krank bist! Eben habe ich aber aus Versehen „Tod“ angeklickt, Mutti! (Weint) Ich hab´ der FIFA gerade eine Email geschickt, dass du tot bist! (Fasst sich) Geh bitte bis zum 9. Juli nicht mehr ans Telefon. Du musst bis zum Finale tot sein, Mama, sonst kriegt der Typ von Krombacher die Tickets nicht! (Legt auf. Zu Britta) In 10 Minuten ist Conference-Call! Wo ist Jogi?


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Willi Winkler (Interview)

Sonntag, 2. Juli 2006


WM-Devotionalien in jedem Schaufenster, Experten auf allen Kanälen, „ein Volk, ein Land, ein Fußball": Nervt Sie die allgemeine Mobilmachung im Zeichen des Fußballs?
Ich find's eher komisch, vor allem, wenn Hotels jetzt fußballfreie Tage anbieten.

Was machen Sie fußballerisch zwischen dem 9. Juni und 9. Juli 2006: flüchten, standhalten – oder mitmachen?
Mitsiegen.

In Einzelklausur, im Freundeskreis oder vor Grossbildleinwänden: Wie werden Sie sich Ihre liebsten WM-Spiele anschauen?
Je größer, je mehr, desto besser.


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Andrée Hesse (Interview): Erwarte wenig, hoffe aufs Beste

Sonntag, 2. Juli 2006


WM-Devotionalien in jedem Schaufenster, Experten auf allen Kanälen,“ein Volk, ein Land, ein Fussball": Nervt Sie die allgemeine Mobilmachung im Zeichen des Fußballs?
Es ist bei jeder WM oder EM das gleiche: Weil immer mehr Blödsinn geredet wird, verblasst meine Vorfreude, je näher das Ereignis rückt. Eine WM vereinigt leider immer die Spreu mit dem Weizen.

Was machen Sie fußballerisch zwischen dem 9. Juni und 9. Juli 2006: flüchten, standhalten - oder mitmachen?
Wenn es soweit ist, will ich dann doch möglichst viele Spiele sehen.


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Alexander.v. Schönburg (Interview): Als Hypochonder nicht Fan-Meilen-kompatibel

Samstag, 1. Juli 2006


WM-Devotionalien in jedem Schaufenster, Experten auf allen Kanälen, „ein Volk, ein Land, ein Fußball": Nervt Sie die allgemeine Mobilmachung im Zeichen des Fußballs?
Natürlich. Aber es nervt aber auch die Verpflichtung, genervt sein
zu müssen.

Was machen Sie fußballerisch zwischen dem 9. Juni und 9. Juli 2006: flüchten, standhalten – oder mitmachen?
Über Pfingsten verschwinde ich mit meiner Familie nach England.

Allerdings nicht der ideale Ort, um Fußballbegeisterung aus dem Weg
zu gehen.


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Moritz Rinke (Interview):

Freitag, 30. Juni 2006


WM-Devotionalien in jedem Schaufenster, Experten auf allen Kanälen, „ein Volk, ein Land, ein Fußball": Nervt Sie die allgemeine Mobilmachung im Zeichen des Fußballs?
Mich nervt noch viel mehr, dass die, die WM anfangs vollkommen überfrachtet haben, sich jetzt mit Ekel abwenden. Das ist dieses Medienphänomen in diesem Lande. Erst schreiben die sich alle den Ast ab, fressen alles in sich hinein, dann wird es kollektiv ausgekotzt. Deutsche Bulimie. Das Feuilleton kotzt am schönsten. Dass aber die eigene Zunft seit Monaten jede Ecke der eigenen Zeitung mit der WM verkauft, wird anscheinend verdrängt.

Was machen Sie fußballerisch während der WM: flüchten, standhalten – oder mitmachen?
Spiele ansehen.


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Jenni Zylka (Interview):Kollektiv angeschickerte Jungs

Donnerstag, 29. Juni 2006


WM-Devotionalien in jedem Schaufenster, Experten auf allen Kanälen, «ein Volk, ein Land, ein Fussball»: Nervt Sie die allgemeine Mobilmachung im Zeichen des Fußballs?
Absolut. Das einzig gute ist das neue Langnese-Fußball-Eis mit Trillerpfeife im Stiel - das hat Stil.

Was machen Sie fußballerisch eigentlich während der WM: flüchten, standhalten - oder mitmachen?
Mitmachen soweit es geht, kann mich bei Großsportveranstaltungen einer gewissen Kollektivaufregung immer nicht erwehren, ich guck ja an sich auch sehr gerne und viel Fußball, außerdem sind dann so schön angeschickerte Jungs unterwegs.


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Sylke Tempel (Interview):

Mittwoch, 28. Juni 2006


WM-Devotionalien in jedem Schaufenster, Experten auf allen Kanälen, "ein Volk, ein Land, ein Fußball": Nervt Sie die allgemeine Mobilmachung im Zeichen des Fußballs?
Besser Devotionalien als Reliquien, lieber Fußball- als Nahost-Experten und “ein Volk, ein Land, ein Fußball” ist im Vergleich zum Original zweifellos ein qualitativer Quantensprung.

Was machen SIE fußballerisch während der WM: flüchten, standhalten - oder mitmachen?
Ich lasse mir von meinem Neffen den Unterschied zwischen Perlen- und Viererkette erklären und ergebe mich dann willig der Feierlaune in der brasilianischen Kneipe in meinem Haus.


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K.v.d. Leyen (Interview)

Mittwoch, 28. Juni 2006


WM-Devotionalien in jedem Schaufenster, Experten auf allen Kanälen, „ein
Volk, ein Land, ein Fußball": Nervt Sie die allgemeine Mobilmachung im
Zeichen des Fußballs?

Sollte mich das stören, wenn ich WM-Cola trinken muß zum WM-Gouda auf meinem Fußballbrötchen? Neulich wurde ich von der Presseabteilung einer Sex-Spielzeug-Firma darauf hingewiesen, dass sie rechtzeitig zur WM nun auch Vibratoren in Fußball-Motiven herausgebracht hätten. Das nenne ich kreativ.

Was machen Sie fußballerisch während der WM: flüchten, standhalten - oder mitmachen?
Ich werde einen Volleyballkurs belegen, um meine Balltechnik zu verbessern.


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Jan Seghers (Interview): Beltz! Neuss!

Donnerstag, 22. Juni 2006


WM-Devotionalien in jedem Schaufenster, Experten auf allen Kanälen, "ein Volk, ein Land, ein Fußball": Nervt Sie die allgemeine Mobilmachung im Zeichen des Fußballs?
Bei so viel nationalem Taumel, sollte man mal wieder an die alte Forderung von Wolfgang Neuss erinnern: „Auf deutschem Boden darf nie wieder ein Joint ausgehen!“

Was machen Sie fußballerisch zwischen dem 9. Juni und 9. Juli 2006: flüchten, standhalten - oder mitmachen?
Das weiß ich doch jetzt noch nicht, ich halte mich da ganz an Jens Nowotny: „Wenn man zu früh auf andere schaut, vergisst man, das Wesentliche aus den Augen zu verlieren.“


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Herfried Münkler (Interview): Muskulatur, Makulatur

Dienstag, 20. Juni 2006


WM-Devotionalien in jedem Schaufenster, Experten auf allen Kanälen, „ein Volk, ein Land, ein Fußball": Nervt Sie die allgemeine Mobilmachung im Zeichen des Fußballs?
Ja, der WM-Devotionalien-Zirkus nervt. Aber er nervt nicht mehr, als dies bei anderen Events der Fall ist. Die Strategie der Vermarktung greift natürlich auch und gerade bei einem solchen großen Ereignis. Aber diesbezüglich hat man ja schon eine gewisse Gelassenheit ausgebildet.

Was machen Sie fußballerisch zwischen dem 9. Juni und 9. Juli 2006: flüchten, standhalten - oder mitmachen?
Wahrscheinlich werde ich mir einige Spiele ansehen - soweit dies meine sonstigen Arbeits- und Terminverpflichtungen erlauben.


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Christoph Drösser (Interview): X-Chrosom 2

Dienstag, 20. Juni 2006


WM-Devotionalien in jedem Schaufenster, Experten auf allen Kanälen, „ein Volk, ein Land, ein Fußball": Nervt Sie die allgemeine Mobilmachung im Zeichen des Fußballs?
Gegen WM-Devotionalien bin ich immun – ich kaufe auch keinen Schokoriegel, nur weil er der offizielle Riegel unserer Mannschaft ist. Erschreckend finde ich, dass die Fifa offenbar über dem Gesetz steht und die absurdesten Maßnahmen verlangen kann, um die Interessen ihrer Sponsoren zu schützen. Auf den Fußball freue ich mich.


Was machen Sie fußballerisch zwischen dem 9. Juni und 9. Juli 2006: flüchten, standhalten - oder mitmachen?
Ich werde alle vier Jahre vom absoluten Laien zum Fußballexperten. Am Ende werde ich zumindest die Namen der deutschen Spieler kennen – wenn sie denn oft genug spielen.


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Michael Naumann (Interview): Magie & Zufall

Samstag, 17. Juni 2006


WM-Devotionalien in jedem Schaufenster, Experten auf allen Kanälen, „ein Volk, ein Land, ein Fussball": Nervt Sie die allgemeine Mobilmachung im Zeichen des Fußballs? Die einzige Mobilmachung, die mich ängstigen könnte, wäre eine militärische.

Was machen Sie fußballerisch eigentlich zwischen dem 9. Juni und 9. Juli 2006: flüchten, standhalten – oder mitmachen? Ich befinde mich während der WM buchstäblich auf hoher See. Ich fürchte, dass das auch für unsere Mannschaft zutrifft.

Ihr schönstes WM-Erlebnis? Die Möglichkeit, zwischen Teppichstangen das WM-Finale von 1954 als 12-Jähriger mit gleichaltrigen Freunden nachspielen zu können.


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Uwe Seeler (Interview): Spezialisten gefragt!

Freitag, 16. Juni 2006


Wir stellen uns vor, Klinsmanns Team scheidet im Halbfinale aus. Wäre das nicht ein Riesenerfolg für diese junge Mannschaft? Klar, wer unter die letzten Vier kommt, gehört zu den weltbesten Teams. Ich glaube aber, Deutschland kommt ins Finale und gewinnt mit 2:1 gegen Brasilien.

Ist das von Klinsmann, Löw & Bierhoff eingeschlagene Reformtempo zu massiv für die langsam mahlenden Mühlen des deutschen Fußballs? Das Wort Reform ist mir zu hochtrabend. Es ist aber richtig, neue Strukturen zu schaffen.


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